Stilrudern

Anekdote vom Stilrudern und Schlagzahlrennen, von Marianne Küppers, geb. Fischer
 

Während des Dritten Reiches wurden Ausscheidungswettkämpfe zwischen Frauenmannschaften nicht wie heute ausgetragen. Es gab das Stilrudern, die Schlagzahlrennen und die Langstreckenrennen. Beim Stilrudern musste die Strecke mit einer vorgegebenen Schlagzahl durchgefahren werden. Die Bootsbesatzung zählte alle Schläge mit, denn es kam darauf an, ob man sich durchs Ziel treiben lassen musste oder ob man zum Schluss noch Reserveschläge hatte. Meist waren diese genau abgepasst.
 

Bei einer Regatta in Koblenz auf der Rheinlaache behauptete z.B. Herr Direktor Leinen von der Deutschen Bank in Trier, Vorsitzender des Trierer Ruderclubs und Mitglied des Regattaausschusses, dessen Mannschaft gegen uns fuhr und nach den Zellern durchs Ziel kam, wir hätten anstatt 50 Schläge 51 Schläge gebraucht. Alle Proteste halfen nichts. Wir schworen Rache!

Am darauffolgenden Sonntag war Langstreckenregatta in Trier. Wir fuhren im Zweier mit Steuermann, hatten uns vorher genau erkundigt wie das Ziel markiert sei und fuhren unbeirrt weiter als die anderen Boote früh wendeten. Als wir an der Wendeboje ankamen, waren wir die bis dahin einzigen. In Ruhe fuhren wir an den Anlegepunkt zurück, denn wir wussten, dass die anderen ohnehin ausgeschieden waren. Herr Direktor Leinen nahm die Siegerehrung vor, nicht ohne zu fragen, ob wir jetzt unsere Genugtuung hätten. Die hatten wir.

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