Wie kamen die Damen zum Rudern?

Anekdote – Wie die Damen das Steuer in die Hand nahmen
 

Unser Ehrenmitglied Heinz Fritsch verfolgte als alter Ruderer und Trainer auch das Abschneiden unserer Ruderer bei Regatten. In einem seiner letzten Briefe schreibt er u.a.:
 

Mir fiel auf, dass besonders viele Mädchen im Zeller Bootshaus waren und gerudert haben. Wissen die eigentlich, wie es beim RV Zell zum Frauenrudern gekommen ist? Das will ich mal erzählen; als Ruderwart der ersten Stunde. 1929 war ruderisch beim RV Zell nicht viel los, es gab nur wenige Aktive, die ins Bootshaus kamen. Da habe ich 1930 dem Vorstand vorgeschlagen, dass sich die Frauen der Vorstandsmitglieder mit ins Boot setzen sollten, um den Zeller Mädchen zu zeigen, dass ab sofort auch das Rudern für sie möglich sei. […].

 

Wie sollten wir sonst an die weibliche Jugend herankommen? Ich habe nun schon einige Überredungskunst gebraucht, um Frau Kurz, Frau Hammes, Frau Keuthen und Frau Bauer ins Boot zu kriegen! Frau Bayer wollte schon gar nicht, da ihr Söhnchen Hans erst ein paar Monate alt sei. Wohin mit dem Knaben, wenn sie auf dem Wasser sei? Mein Vorschlag, ihn mit ins Boot zu nehmen, wurde – wenn auch zögernd – aufgenommen.

 

Fortan also durfte Klein Hans, warm im Körbchen verpackt, zu meinen Füßen liegend, mit ins Boot. Er war so ein lieber Kerl, hat viel gelacht, durch das leichte Schaukeln im Boot aber mehr geschlafen. Den 2. Steuermann hatten wir von da an immer dabei. Der Grundstein zum Frauenrudern war also gelegt und es dauerte nicht mehr lange, bis die ersten Töchter der Stadt Zell zum Ruderverein kamen. Zu den ersten Ruderinnen gehörten: Hildegard Hammes, Hildegard Georg, Rosa Bremm aus Neef, Ruth Koener, Katharina Schulz und Madgalene Eckernkamp.

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